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Ökostrom

Was ist eigentlich Öko-Strom?

Streng genommen:

 Öko-Strom ist Strom aus regenerativen Energie-Quellen,
 d.h. aus Quellen, die sich immer wieder erneuern,
 z.B.: -Windenergie, -Wasserkraft, -Solarenergie, -Biomasse (Brennstoff aus Pflanzen, Rest- oder Althölzern),
  -Geothermie (Erdwärme), -Deponiegas

Weiter gefasst:

 Öko-Strom ist Strom, der mit einem hohen "Wirkungsgrad und relativ wenig Schadstoffemmission
 gewonnen wird:
 Kraft-Wärme-Kopplung mit Gas betrieben (durch die Nutzung von Wärme und Strom  wird 86% der  Primärenergie  ausgenützt, herkömmlich nur 40%, Gasverbrennung produziert weniger Schadstoffe als  andere fossile  Energieträger).

Worauf muss ich bei Öko-Strom-Angeboten achten?

  1. Wie setzt sich der Ökostrommix zusammen?
     - Wasserkraft: altes schon abgeschriebenes Kraftwerk oder neues?
     - Photovoltaik: die Stromproduktion ist noch sehr teuer
     - Gasbetriebene Kraft-Wärme-Kopplung: keine regenerative Energie, aber sehr effizient

  2. Wieviel wird in Neuanlagen investiert?
     Nur wenn der Aufpreis komplett in den Bau neuer Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie
     investiert wird, kann der Anteil von Atomstrom in unserem Strom-Mix reduziert werden.
     Das AQUAPOWER-Angebot von E.ON dient nicht diesem Ziel.
     Die alten Wasserkraftwerke sind längst steuerlich abgeschrieben!

  3. Verkauft der Anbieter auch Atomstrom?
     Auch wenn E.on Ökostrom anbietet, ist es am Absatz seines Atomstroms interessiert,
     denn E.on ist Eigner, bzw. Mitbesitzer von 12 der 19 Atomkraftwerke in Deutschland.
     Unabhängige Stadtwerke können für eine nachhaltige Entwicklung wichtig sein.
     Diese sind oft sehr innovativ in Bezug auf Ökostrom und Kraft-Wärme-Kopplung.
     Leider nehmen aber die großen Energiekonzerne durch Beteiligungen gegenwärtig immer
     mehr Einfluß auf Stadtwerke.
     Außerdem: Bei fast allen Stadtwerken ist ein großer Anteil des verkauften Stroms Atomstrom.

Wie kommt der Öko-Strom zu meiner Steckdose?

 Strom hat keine Farbe, auch wenn Yello (übrigens ein Atomstromanbieter) dies suggeriert.
 Ich kann also nicht erkennen, welcher Strom aus meiner Steckdose kommt. Trotzdem macht
 der Bezug von Öko-Strom Sinn!
 Denn:
 Alle Stromhersteller leiten ihren Strom gewissermaßen in einen großen Strom-See.
 Aus diesem heraus läuft dann der von mir bestellte Strom. Je mehr Kunden Öko-Strom abnehmen,
 desto mehr "Normal"-Strom bleibt im See.
 Wenn die Atom-Strom-Hersteller ihr Produkt nicht verkaufen können, werden
 sie ihre Atom-Strom-Fabriken schließen.

Was kann ich noch tun, um den Öko-Strom zu fördern?

 Ich investiere in eine eigene Anlage oder beteilige mich an einer größeren Anlage für regenerative Energie  (Windkraftwerk, Bürgerkraftwerk, Fotovoltaik etc.).
 Denn auch die Firmen für regenerative Energien benötigen Kapital um existieren zu können.



© Mütter gegen Atomkraft e.V.