Störungen im Atomforschungsreaktor FRM II
Das Atomei (FRM) als ältester Atomreaktor in Deutschland (Inbetriebnahme 1957) wurde im Sommer
2000 außer Dienst gestellt. Sein Nachfolger, der größere Atomforschungsreaktor FRM II
(ForschungsReaktor München II) ging nach heftigen Protesten im Jahr 2004 in Betrieb. Mittels
Kernspaltung werden nicht Energie, sondern Neutronen für Forschungszwecke erzeugt. Neutronen
ließen sich jedoch auch ohne die gefährliche Kernspaltung herstellen (Spallationsquelle).
Seit Inbetriebnahme im Jahre 2004
läuft der neue Atomreaktor nicht störungsfrei
18. Feb. bis 30. März 2007
Reaktorschnellabschaltung (RESA) wegen Ausfalls der Pumpe des Kühlkreislaufs des Moderators.
Wegen dieses gravierenden Vorfalles war der Reaktor 6 Wochen lang nicht im Betrieb.
18. Dez. bis Mitte Jan. 2006
Reaktorschnellabschaltung (RESA) wegen Problemen beim Abschaltvorgang des Reaktors zum Brennelementewechsel. Reaktor war mehrere Wochen nicht in Betrieb.
24. Oktober 2006
Im Rahmen einer Überprüfung von speziellen Dübeln im FRM II aufgrund von Informationen über Befunde bei baugleichen Dübeln in deutschen Kernkraftwerken wurden Abweichungen von der spezifikationsgerechten Montage festgestellt.
25. August 2006
Reaktorschnellabschaltung (RESA) nach erhöhter Ortsdosisleistung.
24. Juni 2005
Reaktorschnellabschaltung (RESA) wegen Problemen am Wärmetauscher.
3. Mai bis 7. Juli 2004
Reaktorschnellabschaltung (RESA) wegen Fehler im Reaktorschutzsystem.
Der Reaktor war 9 Wochen lang nicht im Betrieb.
Quelle:
www.stmugv.bayern.de/umwelt/reaktorsicherheit/index.htm
www.bfs.de/kerntechnik/ereignisse/berichte
Seit Inbetriebnahme im Jahre 2004 bis April 2007 gab es
5 Reaktorschnellabschaltungen und 2 weitere Störungen.
Der Reaktor arbeitet nicht zuverlässig.
Forschung JA - Atomreaktor NEIN
Stand April 2007
Juni 2004:
Unsere Stellungnahme zur Inbetriebnahme des FRM II
Anlässlich der Protestveranstaltung zur festlichen Inbetriebsetzung des
Forschungsreaktor 2 durch Ministerpräsident Stoiber hielt Cornelia Stadler für die "Mütter gegen
Atomkraft" folgenden Redebeitrag:
Dieses ist eine Zielscheibe.
Als solche kann man auch die neue kerntechnische Anlage bezeichnen.
Heute wird sie mit einem pompösen Staatsakt eingeweiht.
Damit wird gleichzeitig ein Hochsicherheitstrakt offiziell in Betrieb genommen.
Denn was sich zurzeit als Staatsschutz präsentiert mit solch einem Polizeiaufgebot und strengen
Kontrollen aller Anwesenden, ist vermutlich an diesem Ort demnächst ganz "normal".
Mit der Begründung: Schutz vor Terroranschlägen.
Als der Forschungsreaktor gegen den Protest der Bürger geplant wurde, haben viele vor der
dauernden Gefahr des atomaren Betriebs gewarnt. Aber kaum jemand konnte sich damals
vorstellen, welche Bedrohung von dieser Anlage als Ziel für Terroristen ausgeht.
Was in New York mit den Twin Towers, in Madrid am Bahnhof, in Istanbul vor einer Synagoge
oder in Saudi-Arabien geschehen ist, würde durch einen gezielten Angriff auf einen Atomreaktor
weit schrecklichere Ausmaße annehmen.
Wie viel Potenzial zur Erpressung liegt darin, dass als Techniker oder Forscher getarnte
Angreifer, vielleicht als Selbstmordattentäter eindringen?
Vom Forschungsreaktor in Sydney/Australien ist bekannt, dass El Kaida einen Anschlag
während der olympischen Spiele im August 2000 geplant hatte.
Der US-Senat will mit Millionenbeträgen einen Schutzschirm gegen Bio- und Chemiewaffen
errichten (und offenbar soll die Bevölkerung glauben, dass sie dann tatsächlich geschützt sei!!).
So frage ich mich, welche Schutzmaßnahmen haben sich deutsche Politiker überlegt, um die
durchaus reale Gefahr eines Anschlags von außen oder im Inneren dieses Reaktors zu verhindern?
Aber keine Sorge:
Das Bayer. Umweltministerium beruhigt uns heute, im Jahre 2004, auf seiner Webseite:
"Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Flugzeug beim Überfliegen eines Kernkraftwerkes abstürzt
und dabei ein sicherheitstechnisch wichtiges Teil trifft, ist äußerst gering. Trotzdem werden
Kernkraftwerke im Rahmen der Restrisiko-Minimierung gegen Flugzeugabstürze ausgelegt."
Wie dieser Schutz aussehen soll, konnte man dann im Februar von Herrn Schnappauf erfahren:
Eine Vernebelung soll das Ziel für Angreifer in Sekundenschnelle unsichtbar machen.
Selbst diese wohl eher scherzhaft gemeinte Abwehr ist - wie jede andere auch - für die
Garchinger Anlage nicht vorgesehen. Denn hier handele es sich ja nur um eine "Forschungs-
Neutronen-Quelle" und die ist nach Auffassung der Bayer. Staatsregierung bei weitem nicht so
sicherheitsanfällig wie "richtige" Atomkraftwerke.
Garching müsste sich glücklich schätzen, ein Zentrum für Zukunftstechnologie zu sein.
In dem die besten Wissenschaftler aus aller Welt an Projekten arbeiten, die der Menschheit
tatsächlich dienen. Doch dem ist leider nicht so.
Nicht zuletzt deshalb, weil dieses Gebäude hermetisch gesichert werden muss.
Aber gerade ein derart gefährliches und gefährdetes Gefängnis könnte eine
besonders attraktive Zielscheibe sein.
Neutronen für die Forschung kann man intelligenter erzeugen.
Die MÜTTER GEGEN ATOMKRAFT e. V. lehnen dieses neue rückwärtsgewandte Atomprojekt ab.
Warum wir die Inbetriebnahme des Forschungsreaktors in Garching ablehnen:
Der FRM 2 ist der erste deutsche Neubau eines Atomreaktors nach der Katastrophe von Tschernobyl.
Der FRM 2 ist der Rettungsanker für die deutsche Atomindustrie.
Der FRM 2 begünstigt international die Weiterverbreitung von Atomwaffenmaterial (HEU= Highly Enriched Uranium).
Der FRM 2 birgt für die Bevölkerung die Risiken eines Atomreaktors.
Der FRM 2 behindert andere Forschungsbereiche sowie Bildung und Ausbildung in Bayern.
Der FRM 2 verschärft die ungelöste Atommüll-Entsorgung.
Für diesen Atomforschungsreaktor gibt es Alternativen!
Wer mehr darüber lesen will findet hier weiterführende Infos:
| Atomforschungreaktor FRM 2 | html |
| Atomforschungreaktor FRM I (Atomei) | html |
| Medizin: Akzeptanzbeschaffer | html |
| Terrorismus | html |
| und unter www.frm2.de gibt es noch mehr Hintergründiges |
| © Mütter gegen Atomkraft e.V. |
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