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TERROR und ATOMANLAGEN

14. September 2001

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

die schreckliche und unfassbare Tragödie in den USA bestätigt die schlimmsten Befürchtungen und jahrelangen Warnungen nationaler und internationaler Atomgegner, dass kein Staat dieser Welt ausreichenden Schutz vor Terrorakten dieser Art gewährleisten kann.

Sollte dieser Wahnsinn terroristischer Überfälle auf wichtige Anlagen auf der ganzen Welt weitergehen, wer sagt uns, dass nicht ein ähnlicher Überfall auf Atomanlagen geplant und mit der gleichen "Präzision" durchgeführt wird?

Die "Sicherheit" atomarer Anlagen wird nach dieser Tragödie wohl national und international neu zu überdenken sein. Lächerlich erscheint angesichts dieses Anschlages jede Diskussion um "Sicherheitsstandards" von Atomkraftwerken, Atomforschungsreaktoren, Brennelementelagern, Uranaufbereitungsanlagen etc.

Die Toten des World-Trade-Centers wird man begraben und das WTC wieder aufbauen. Ein Terrorakt an einer atomaren Anlage würde die Zerstörung und Verwüstung von Regionen für Jahrhunderte bedeuten. Eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes ist in New York und Washington passiert. Ein Horrorszenario jenseits jeglicher Vorstellungskraft gibt es jedoch im Fall eines Terroraktes auf atomare Anlagen.

Im Falle des noch nicht in Betrieb genommenen Atomforschungsreaktors frm II bei München möchte ich Sie als Bundeskanzler bitten angesichts einer solchen Katastrophe, wie die Welt sie im Moment miterlebt, dieses Vorhaben neu zu überdenken und ihre Verantwortung wahrzunehmen.

Dieser neue Reaktor frm II darf nicht in Betrieb gehen!

Um Ihre Antwort bin ich Ihnen dankbar.

Mit freundlichen Grüßen



© Mütter gegen Atomkraft e.V.