Systematisch erfaßt werden meldepflichtige Ereignisse in deutschen Forschungsreaktoren erst seit Juli 1991. Demnach gab es im Atomei von 1992 bis Herbst 1997 insgesamt 17 Zwischenfälle1). Im April 1997 ereignete sich einer der schwersten Störungen: ein Loch im Primärkühlkreislauf.
Für die Zeit seit Inbetriebnahme im Jahr 1957 bis 1991 sind 5 Störungen öffentlich geworden. Ob es insbesondere in dieser nicht-meldepflichtigen Zeit zu zahlreichen weiteren Störungen oder sogar Störfällen kam, ist nicht bekannt.
Übersicht grenzwertüberschreitender Umweltbelastungen am Forschungsreaktor FRM I (Atomei):
| Zeit | Ereignis |
| 1979 | Entweichen von radioaktiven Stoffen in den Boden wegen undichtem Abwasserkanal durch Wurzeleinwuchs |
| 19.11.1981 | Abgabe radioaktiv verseuchter Abwässer wegen zu geringer Spülung mit Kühlwasser. Endkonzentration der Radioaktivität 35 % über dem zugelasssenen Wert |
| 24.06.1982 |
Überschreitung der genehmigten Argon 41-Konzentration in der Abluft nach Öffnen einer Rohrpostprobe |
| 1989 bis 1991 |
Neuerliche Belastung des Bodens mit radioaktiven Stoffen wird entdeckt wegen undichtem Abwasserkanal. Die seit 1979 vorgeschriebenen jährlichen Kontrollen des Kanals waren von den Betreibern, dem Physikdepartment der TU München, nicht durchgeführt worden. |
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Feststellung des Lecks durch Wurzeleinwuchs: 20.09.1989 |
Die GSF stellte im Bereich der Abwasser- und Kühlwasserkanäle sowohl in der Bodenfeuchte als auch im Grundwasser des Brunnens G5 erhöhte Tritium-Werte fest. |
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Feststellung der Leckage: 15.-24.10.1990 Feststellung der Verseuchung: Juli 1991 |
An den undichten Stellen des Abwasserkanals (Rohrmuffen mit veralteten Dichtungen, Zerstörungen durch Wurzeleinwuchs) ist darüber hinaus das Erdreich mit maximal 4000 Bq/kg Gesamtaktivität durch Americium-, Plutonium-, Cäsium- und andere Isotope radioaktiv kontaminiert. |
Übersicht der meldepflichtigen Ereignisse
| 12.10.1992 | Reaktorschnellabschaltung infolge einer ausgefallenen Neutronenflußmessung |
| 04.12.1992 | Reaktorschnellabschaltung infolge einer Elektronikbaugruppe |
| 10.12.1992 | Leckage an der Primärkreiswasserreinigungsanlage |
| 20.12.1992 | Reaktorschnellabschaltung infolge eines defekten Neutronenflußmeßkanals |
| 04.05.1993 | Reaktorschnellabschaltung beim Anfahren |
| 13.07.1993 | Reaktorschnellabschaltung bei Kalibrierarbeiten an einem Neutronenflußmeßkanal |
| 27.09.1993 | Fehlfunktion eines Neutronenflußmeßkanals bei Grenzwerteinstellung |
| 15.10.1993 | Ausfall des Sicherheitskanals 1 beim Anschluß eines Parametriergerätes |
| 01.02.1994 | Reaktorschnellabschaltung durch Fehlanregung eines Grenzwertes |
| 02.02.1994 | Reaktorschnellabschaltung durch Fehlanregung eines Grenzwertes |
| 19.09.1994 | Reaktorschnellabschaltung infolge Ausfall des Sicherheitskanals 2 beim Anschließen des Parametriergeräts |
| 04.10.1994 | Reaktorschnellabschaltung infolge Fehlfunktion des Sicherheitskanals 2 |
| 05.12.1994 | Reaktorschnellabschaltung nach Abfall von Trimmstäben |
| 18.12.1995 | Reaktorschnellabschaltung durch ein Fehlsignal aus der Strahlenschutzinstrumentierung |
| 13.12.1996 | Reaktorschnellabschaltung durch Ausfall der Primärpumpe |
| 13.12.1996 | Reaktorschnellabschaltung beim Anfahren der Anlage |
| 13.03.1997 | Loser Gegenstand im Reaktorbecken |
| April 1997 | Reaktorschnellabschaltung wegen eines Lecks im Primärkühlkreislauf |
| 16.07.1997 | Automatische Reaktorschnellabschaltung infolge eines Fehlsignals |
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