Es waren mehrheitlich Frauen, die nach der Explosion im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl aktiv wurden, denn – so die einhellige Einschätzung – »Tschernobyl hat unser Leben verändert«: Vielerorts gründeten sie Gruppen »Mütter gegen Atomkraft« und andere Initiativen. Frauen waren und sind eine tragende Säule des Protestes gegen die Risikotechnologie Atomkraft.
In dem Anfang April erscheinenden Buch »Frauen aktiv gegen Atomenergie – wenn aus Wut Visionen werden« berichten Frauen von ihren Erinnerungen und ihrem Engagement für eine atomfreie Zukunft in Deutschland und Europa, aber auch am Ort des Geschehens: in der Ukraine, in Weißrussland und in Russland. »20 Jahre nach Tschernobyl wollten wir wissen, wie nachhaltig die Veränderungen durch Tschernobyl waren«, erklärt Herausgeberin Ulrike Röhr von der Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit (genanet). »Und wir möchten mit dem Buch zeigen, welche wichtigen Beiträge Frauen zu einer gerechteren, Ressourcen schonenderen und friedlicheren Welt leisten.«
Im ersten Teil des Bandes rufen Beiträge von Frauen aus Deutschland und Österreich, historische Reden und Interviews das Reaktorunglück und die unmittelbaren Reaktionen darauf ins Gedächtnis zurück. Eine Betroffene, die zum Zeitpunkt des Unfalls in der Stadt Pripjat bei Tschernobyl lebte, berichtet bewegend von den Ereignissen und ihren Folgen am Ort des Unglücks. Die damaligen und heutigen Aktivitäten der in Folge der Reaktorkatastrophe gegründeten Gruppen von »Müttern gegen Atomkraft« (MgA) werden im zweiten Teil beschrieben. Engagierte Frauen berichten vom Kampf um Informationen über das Ausmaß der Belastung und ihren Aktivitäten gegen Atomkraft und gegen das Vergessen. Der dritte Teil zeichnet nach, welche Spuren die Erfahrungen mit Tschernobyl hinterließen, z.B. in Form von Frauenprojekten zu erneuerbaren Energien, neuen Forschungsansätzen oder zivilgesellschaftlichem Engagement in der Ukraine. Mit Blick auf die aktuelle Atompolitik wird schließlich im vierten Teil des Buches analysiert, ob aus den Folgen von Tschernobyl wirklich Konsequenzen gezogen wurden.
Das Wort ergreifen unter anderem Heike Sabel, Anja Röhl, Antje Vollmer, Beate Seitz- Weinzierl, Kristin Mühlenhardt-Jentz (MgA Nürnberg), Cornelia Stadler (MgA München), Heike Mahlke (Gorlebenfrauen), Regina Suhlig (Heim-statt-Tschernobyl), Anna Golubovska (MAMA-86 Ukraine), Rosemarie Rübsamen, Irmgard Schultz (ISOE), Annegret Stopczyk, Milya Kabirova, Angelika Claußen (IPPNW), Ulla Klötzer, Hiltrud Breyer (MEP)und Gotelind Alber (Klima-Bündnis).
Das Buch kann ist über den Buchhandel erhältlich oder kann über www.libri.de, www.amazon.de und direkt bei genanet bestellt werden.
Rezensionsexemplare erhalten Sie bei genanet. Wir vermitteln Ihnen gerne Interviews mit Autorinnen von einzelnen Buchbeiträgen. Für Nachfragen steht Ihnen Ulrike Röhr unter der Nummer 069-740757 oder 0179-2031511 zur Verfügung.
genanet/Ulrike Röhr (Hg.): Frauen aktiv gegen Atomenergie – wenn aus Wut Visionen werden. 20 Jahre Tschernobyl 196 Seiten, zahlreiche Abbildungen, kartoniert BoD April 2006, ISBN 3-8334-4592-0, 19,90 EUR
Die Leitstelle Geschlechtergerechtigkeit, Umwelt und Nachhaltigkeit fördert die Einbeziehung der Geschlechterperspektive in (umwelt)politische Entscheidungen. genanet erarbeitet aus der Geschlechterperspektive Positionen zu aktuellen Themen aus dem Gebiet Umwelt und nachhaltige Entwicklung, trägt diese Themen in die Öffentlichkeit und berät bei Umsetzung einer geschlechtergerechten Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik. Für Aktive bietet die Leiststelle eine Plattform um sich zu vernetzen, neue Ideen zu entwickeln und gemeinsame Projekte zu initiieren.
Kontakt: Ulrike Röhr, genanet – Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit LIFE e.V., Hohenstaufenstr. 8, 60327 Frankfurt/M., Tel. 069.740757, Fax 069.740842, leitstelle@genanet.de, www.genanet.de.
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